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Mittwoch, 26. März 2008

Olympia in Handschellen

Heute spanne ich mich mal vor einen Karren, der nach meiner Einschätzung unterstützenswert ist.

Reporter ohne Grenzen
Klick

Samstag, 15. März 2008

My Private Bücherherbst

Bücher, Thriller und Novizen - zur Messe pumpen uns die verlage wieder mit Neuerscheinungen zu. Ich kaufe nix. habe beschlossen, endlich mal meinen Schrank leerzulesen. Da stehen noch so viele Schätzchen, zum Teil seit Jahren, die auf mich warten. Deshalb habe ich mich jetzt mal fünfen davon in einem literarischen Parforceritt angenommen - und hier mein Senf:
Krausser Kutscher Böll le Carre

Helmut Krausser: Die wilden Hunde von Pompeji

Das Buch ist von 2004, wird jetzt bei Amazon für nen Fünfer verramscht - dabei ist es - wie fast alles von Krausser - ein verdammt guter Roman. Sprachlich ist der Mann unter den Zeitgenossen der Oberhammer. Die Geschichte ist dem Autor angemessen skurril: Hunde, die aus der Umgebung stammen und über die Zäune des heutigen Pompeji geschmissen werden, organisieren sich. Die süße Hündin bettelt die Touristen mit Blume im Maul an, es gibt Gut und Böse - und der Neuankömmling muss sich einfügen. Klingt läppsch, ist aber extrem unterhaltsam und temporeich erzählt. Nicht Kraussers Meisterwerk, aber wunderbare Lektüre. Demnächst mache ich mich über seinen Puccini-Roman her und freu mich drauf.

Volker Kutscher: Der nasse Fisch

Hochinteressant konstruiert: Der Kriminalroman spielt im Berlin der 20er Jahre - und diese Ausgangssituation nutzt Kutscher konsequent aus, präzise Beschreibungen inklusive. Ein Kripobeamter aus Köln wird zwangsversetzt in die Hauptstadt: Pulsierendes Großstadtleben statt kölnische Gemächlichkeit, allerdings auch Sitte statt Mordkommission. Klar geht's trotzdem um Mord und Totschlag. Wunderbare Idee: Einsatz gegen einen Pornoring, der Hauptdarsteller ist als Kaiser Wilhelm II. verkleidet. Das Buch ein paar Längen, aber ich mochte es trotzdem nicht weglegen. Soll wohl eine Serie werden - freue mich auf den nächsten Teil.

John le Carré: Ein blendender Spion

Das Buch (erschienen in den 80ern) hab ich vor Jahren mal vor dem Müllcontainer bewahrt. le Carré ist ja bekanntermaßen ein Geheimdienstspezialist, und das merkt man natürlich. Es geht um Magnus Pym, Angehöriger des englischen Auslandsgeheimdienstes und dessen Ausstieg. In Rückblenden erfährt man von seiner Motivation, wer ihn wann wie beeinflusst hat, wie sein vater ihn ausgenutzt hat; sein Vorgesetzter und seine Frau suchen ihn - und natürlich der gesamte Geheimdienst... keins der Bücher, die einen packen, aber es fesselt durchaus. Und schreiben kann der John...

Heinrich Böll: Billard um halbzehn

Bei der gleichen Bücherrettungsaktion vor dem Müll gerettet; meine Ausgabe ist aus der fünften Auflage von 1961 und hat deshalb diesen wunderbaren Einband, der nach 50er Jahren aussieht. Der Roman spielt auch 1958, in Köln, ist wohl auch '58 fertiggestellt worden und allein deshalb erlaubt er so wunderbare Einblicke ins Leben der 50er; ein kleiner Hauch von "besseren Zeiten" durchweht das Buch, das eigentlich die Geschichte von drei Generationen erzählt, wie sie und ihre Taten vor, während und nach dem Krieg in Zusammenhang stehen - und natürlich über einen alten Nazi, der es auch in der Bundesrepublik geschafft hat. Bin kein Böll-Fan, aber ich hab's genossen, in die Fünfziger einzutauchen.

Thea Dorn: Die Hirnkönigin

Das hab ich zwischendurch noch verschlungen, um zehn Uhr abends angefangen, bis in den frühen Morgen durchgerast - obwohl ich arbeiten musste... Ein recht delikates Buch, drastisch in mancher Schilderung, nichts für schwache Nerven. Aber straff geschrieben und deshalb einen Blick wert.

Donnerstag, 13. März 2008

Salon-Revoluzzer

Munitionen.de - der traut sich was!
Dass man so was schon wieder sagen darf...
Ach ja.
Vergangenheit, die nicht vergehen will.

Dienstag, 11. März 2008

Oliver Gehrs auf WatchBerlin

Ist schon eine Weile, dass ich auf Oliver Gehrs aufmerksam geworden bin. Weiß gar nicht mehr, wie, aber plötzlich las ich mein erstes "Dummy"-Magazin, das er herausgibt. (Ich könnte wetten, ich bin online drauf gestoßen.)

Dummy ist immer eine große Wundertüte. kann sein, es steckt voller schöner Geschichten und nach der Lektüre ist man schlauer, kann aber auch sein, dass man bittere Tränen ob der sechs Euro Kaufpreis vergießen muss.

Oliver Gehrs jedenfalls, früher Redakteur beim Spiegel, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Republik über den aktuellen Spiegel aufzuklären. Was mag er und was nicht? Erzählt er jeden Montag bei WatchBerlin. Eine Art "Spiegel-Video-Fan-Blog", wenn man so wollte.

Das hat für mich den Vorteil, dass ich über die groben Veränderungen beim Spiegel (den ich eh kaum noch lese) auf dem Laufenden bleibe. Bisher hab ich recht große Stücke darauf gehalten, was Gehrs (a.k.a. Kevin Kuranyi ohne Bart) so erzählt (von seiner pseudokecken Standardbegrüßung "Hallo, liebe Zielgruppe" mal abgesehen); es kam mir kenntnisreich und differenziert (natürlich auch überspitzt) vor.
Heute hat er sich darüber echauffiert, dass selbst nach Stefan Austs Abgang die Nazis auf dem Titel landen.
Naja, ich sag mal so: Nazi sells und Sex sells. Frag nach bei Guido Knopp (Hitlers Zimmerpflanzen - ab Mai im ZDF...)

Und dann erzählt Gehrs aus heiterem Himmel irgendwas davon, dass "Soldaten völlige Schwachmaten sind" - weil zwei Schwachmaten in Uniform aus ihrem eigenen Blut Blutwurst hergestellt haben. Können nicht mal Leute, die ich gerade zu schätzen beginne, aufhören, sich als handelsübliche Schwadlappen zu entpuppen?

Davon abgesehen: Gehrs "Blattschuss" ist meistens recht unterhaltsam.

Ach so - den aktuellen Spiegel hab ich mir mal wieder gekauft. Warum? Weil mir die Nazi-Titelgeschichte interessant vorkam...

Montag, 17. Dezember 2007

Wat fürs Herz: Shed Seven

Hach, wieder zurück aus London.
Zum Glück hab ich eine kleine Erinnerung mitgebracht: Meinen dilettantischen Versuch, die Stimmung beim Konzert von Shed Seven einzufangen. Auch wenn sie da gerade einen ihrer Hits, nämlich "Chasing Rainbows", spielen - es ist wohl so wie meinst: Man muss dagewesen sein... Und ich bin ja auch kein Kameramann!



Krass, wie viele Fans dem guten Rick Witter immernoch an den Lippen hängen. Okay, in England hatte Shed 7 ein gutes Dutzend Top-40-Hits, aber das ist ja nun auch mal schlappe zehn Jahre her... Naja, er hat sich ja auch nicht verändert, ist immer noch eine Hühnerbrust im engen T-Shirt und mit Schlaghose (!!!).
Für mich war es das erste Shed 7-Konzert - aber sehr überzeugend. Auch wenn wir fast unterm Dach saßen, super weit weg von der Bühne. Kaum junges Publikum, alles Mitte / Ende 20 aufwärts.

Restliche Londonerlebnisse trage ich dann nach.
Und nun: Matratze horchen. Morgen wieder arbeiten...

Samstag, 8. Dezember 2007

Killerspiele / Amok

Wow - eben bei YouTube gefunden: Ein hochinteressanter Film, der die schlecht recherchierte und sogar manipulative Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Sendungen nachweist, Argument für Argument:


Donnerstag, 29. November 2007

Amerikaner

... am Geldautomat in Köln City.

Er zieht Geld.
Und sie fragt allen Ernstes und mit besorgter Ami-Akzent-Stimme:
"Did you get Euros?"

Montag, 26. November 2007

Ärzte und Beatsteaks

Wat war ich lange nicht mehr auf nem Konzert - drei Monate??
War Zeit, was nachzuholen: Donnerstag Ärzte, KölnArena, Freitag Beatsteaks, Palladium. Ich mag beide Locations nicht, aber beide Bands haben das MAXIMUM rausgeholt.
Für die Beatsteaks sogar den Heimsieg gegen Offenbach (mit dem ehemaligen sechs-Millionen-Mann Marco Reich) verpasst, aber ich hatte mir wirklich keine Sorgen gemacht. Im Taxi auf der Fahrt nach Ehrenfeld vom sonnigen 3:0 gehört - und noch nen Grund zum Feiern gehabt.

Bin bei den Beatbuletten wieder auf den Geschmack gekommen, muss mir mehr Konzertabwechslung gönnen. Guter Vorsatz für 2008! Vielleicht ja trotz gebrechlichen Alters Rock am Ring oder so? Kommerzkacke galore... ist aber manchmal egal!

Donnerstag, 8. November 2007

Contergan - Eine einzige Tablette

Wow - wo kam denn dieser Schwall Bonerwachs-Duft her? Aus dem Fernseher? Ganz ehrlich: Die Ausstattung dieses ersten Teils war nun wirklich superb! Meine frühesten Erinnerungen reichen zwar nur bis in die frühen 70er Jahre - aber was die Requisite angeht, scheint da jemand ganze Arbeit geleistet zu haben.

Contergan-Tablette von Grünenthal

Jetzt wüsste ich trotzdem gerne mal, ob ich den juristischen Hintergrund korrekt verstanden habe.

Also: Es gab 23 gerichtliche Versuche, den Film zu stoppen. Davon wurden 22 erst mal abgewiesen. Eine entgültige Entscheidung steht noch aus, aber trotzdem hörte ich heute, dass der Film, also beide Teile, in Kürze als DVD erscheinen soll - wie kann das sein?

Dann lese ich gestern in der taz, dass nicht nur der Contergan-Hersteller Grünenthal gerichtlich gegen den Film vorgegangen ist (was für eine miese und stümperhafte PR-Abteilung haben die eigentlich!??!), sondern auch der so genannte "Opfer-Anwalt" Jan Schulte-Hillen, im Film als Anwalt Wegener dagestellt; wohl unter anderem, weil man ihm im Film eine Affaire mit einer Mandantin andichten wollte...
Das hat mich ja doch ein bisschen überrascht.

Prinzipiell fand ich den ersten Teil richtig gut. Mit einer Ausnahme, und da gebe ich Heinrich Wefing und seinem FAZ-Artikel recht:

Das Problem ist, dass sich kaum ein Zuschauer die Mühe machen wird, auseinanderzuklamüsern, was wahr ist und was erfunden. Wefing spricht von einer "vertanen Chance". So weit würde ich nicht gehen. Denn das Thema Contergan war ja jahrzehntelang komplett vergessen. Jetzt erinnert sich jeder daran. Die Diskrepanz zwischen "wirklich passiert" und "erdichtet" bleibt problematisch. Und insofern kann ich dann doch wieder verstehen, dass auch der Opfer-Anwalt nicht so glücklich ist mit dem Ergebnis.

Wefing sieht nur Verlierer. Das ist Quatsch. Verlierer der ganzen großen Geschichte um diesen Zweiteiler ist einzig und allein die Firma Grünenthal, die sich so dermaßen verbissen-dämlich angestellt hat, dass ihr Image irreversible Schäden genommen hat. Hmm, und da schließt sich der Kreis zum Contergan irgendwie wieder.

Ob sich die ganze Aufregung für die Contergan-Geschädigten letztlich in barer Münze niederschlägt? Ich könnte wetten: Nein. Sie werden keine zusätzliche Kohle sehen. Also doch "vertane Chance"? Nein. Kein noch so emotionalisierender Film ist heute in der Lage, geltendes Recht zu ändern. meine Meinung.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Skinheads in der DDR

Im Tagesspiegel online interessanter Artikel über ein Konzert von "Element of Crime", die 1987 in Ost-Berlin spielten - bis Nazi-Glatzen das Konzert aufmischten.

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